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Die Story...

Hier geht es um den Traum vieler slotracer. Eine eigene Holzbahn !

Die nachfolgenden Ausführungen sind subjektiv und spiegeln ausschliesslich die Erfahrungen des Verfassers wieder. Die Rubrik soll mindestens einmal wöchentlich aktualisiert und tagebuchähnlich gestaltet sein.

Zuerst mal eine Rückblende...

Bei der Auswahl und beim Bau meiner ersten Bahn im Januar 2001 fällt mir hinsichtlich der Bahnteile im Vergleich zu meiner Jugendzeit (70/80er Jahre) auf, dass sich im Heimbereich nicht viel verändert hat. Es gibt wohl inzwischen mehrere konkurrierende Anbieter im Maßstab 1:32 und 1:24 (Scalelectrix, SCX, Ninco, Carrera usw.) mit verschiedenen Systemen, jedoch sind die Teile alle aus Plastik und nach wie vor, man glaubt es kaum, durch die Bank “unnatürlich” schwarz ! Ein ähnlich gelungenes und edel aussehendes hellgraues Design, wie bei der inzwischen nicht mehr produzierten Faller-Rennbahn (1:43 ?) sucht man vergebens. Bei der Produktentwicklung in der Vergangenheit scheint bei allen o.g. Herstellern, auch die Digitaltechnologie keine Rolle gespielt zu haben. Ganz im Gegensatz bspw. zum Modell-Eisenbahnbereich.

Pflegt man, wie ich, ein Faible für Holz als Werkstoff und recherchiert in diese Richtung, wird man auch fündig. Nebendahl und Concept bieten Holzbahnen an, die jedoch wegen ihrer Dimensionen meiner Meinung nach nicht für den “normalen” Heimbereich in Frage kommen. Schöne Anlagen dieser Hersteller findet man des öfteren in der Clubszene. Eine Alternative ist der zeitaufwendige Eigenbau, der sowohl eine leistungsfähige Oberfräse wie auch Erfahrung im Umgang mit dieser zwingend voraussetzt.

Januar 2001

Leider besitze ich weder eine Oberfräse noch habe ich jemals mit einer solchen gearbeitet. Das Slotfieber steigt stetig und ich denke nun muss alles schnell gehen. Die Entscheidung fällt vor diesem Hintergrund auf eine schwarze (!) Ninco Bahn. Das Material ist im Gegensatz zur Carrera-Bahn (Zapfen) sehr bruchfest, die Leitplanken sind im Gegensatz zu Carrera diesbezüglich ebenfalls eine Wonne.

Februar 2001

Die Bahn wurde fest auf einer Holz(!)-Unterkonstruktion unter dem Dach aufgebaut. Satte 19 m, vierspurig, jede Spur mit separater Stromversorgung über stabilisiertes Labornetzteil, 8-Stromeinspeisungen pro Spur. Bepfe Club Zeitmessung per Lichtschranke in Verbindung mit PC und Bepfe Rennbahnmanager. Drumherum wird die Landschaft incl. eines kleinen Teichs (Volumen ca. 20 l) gestaltet. Das ganze läuft als Geheimprojekt, um eventuell demotivierende Diskussionen zu vermeiden. Mein Freundeskreis bekommt mich an den Wochenenden nicht mehr zu sehen. Zwei Wochen Urlaub gehen auch komplett drauf. Meine Frau findet die Aktion toll. Ich bin glücklich !

März 2001

Die Bahn steht ! Sieht doch recht beeindruckend aus. Bin ein klein wenig stolz, die Arbeit hat sich gelohnt. Nun gehts zum Autokauf. Hier hat sich zu früher erheblich was getan. Grosse Herstellervielfalt. Teilweise wunderschöne Modelle und die Autos fahren sogar auf allen aktuellen Bahnsystemen im Massstab 1:32 und 1:24.

Ich lade meinen Freundeskreis ein. Die Überraschung ist gelungen (Für unsere Auswärtigen aus dem Schwäbischen astrein übersetzt: “Spinnst du jetzt völlig”, “Das darf doch nicht wahr sein”, “Wie bist du denn darauf gekommen”, “Wieviel hat denn das gekostet”, “Du Kindskopf”, “Wow”, “Spitze”, “Geil” usw.). Kurzum: nach den ersten Rennen mit einem Heidenspass beginnt das Slot-Virus auch die meisten von ihnen zu befallen. In den Folgemonaten bekomme ich viel Besuch (Montags, Dienstags, Mittwochs, Donnerstags, Freitags, Samstags, Sonntags). Das war so nicht gewollt...

April 2001

Wir starten die erste gemeinsam organisierte Rennserie in Stuttgart-Mühlhausen im Angesicht der altehrwürdigen Veitskapelle. Mit deren Segen führen wir die Rennserie 1 bis 2 mal jählich bis zum heutigen Tag durch.....

Februar 2002

Die anfängliche Euphorie hat sich Gott sei Dank gelegt (Montags, Dienstags,...). Sowohl bei mir als auch den meisten anderen stellt sich ein gewisser “Konsumcharakter” ein, die Bahn leidet zunehmend an verschleißerscheinungen, die nicht behoben werden. Einzige Ausnahme ist Hans, der immer wieder nach Feierabend die Bahnelektrik erheblich verbessert.

Mai 2002

Ich konzentriere mich wieder mehr aufs Basteln. Das Schwarz der Bahn stört mich zunehmend. Vielleicht wäre ich doch besser Eisenbahner geworden...

Juli 2002

Apropos Eisenbahn... Im Internet stoße ich auf Rainershagen Naturals. Er gestaltet mit überwiegend natürlichen Materialien phantastische Modell-Landschaften. Ich beschliesse die Bahn sandfarben (holzfarben ?) zu machen und nehme Kontakt auf. Man unterstütz mich aktiv und äußerst symphatisch. Das Projekt nimmt seinen Lauf. Sieht fantastisch aus. Grip super. Hält bis heute einwandfrei. Werde es aber trotzdem nie wieder machen....eine nie enden wollende Heidenarbeit !

September 2002

Beim Surfen stosse ich zufällig (?) in den USA auf eine selbstgebaute 3-spurige Rennbahn aus Holz (!) und sandfarben (!) lackiert. Besonders begeistern mich die vielfältigen Kurvenradien. Der Kreativität sind hier kaum Grenzen gesetzt. Darüber hinaus sind die Spurabstände nicht gleich, sondern verengen sich beispielsweise in den Kurven. Dies setzt beim Slotracing ganz andere Akzente. Fantastisch ! Gibt es auf dem “Holzbahn-Markt” vielleicht etwas neues, frage ich mich erneut holzinfiziert.

Meine Recherchen ergeben .... Nein, Nein, Nein.

Dezember 2002

Wieder mal ein tolles Rennen. Nebenbei erwähnt konnte die Sieger-Phalanx der Frauen abermals nicht bezwungen werden. Die ersten beiden Plätze sind toujours feminin besetzt. Gaby und Brigitt erweisen sich gegen jeden Angriff als besonders resistent. Sie sind über diesen Weg zwischenzeitlich zu einem ansehlichen Fuhrpark gelangt (1.Preis bisher immer ein neuer Slotracer). Auch als Spezialisten für das Unmögliche scheinen sie unschlagbar. So schafft es Martina mit ihrem Porsche 908/3 über eine 12 cm hohe Bande im komplett gefüllten Teich zu landen (völlig untergetaucht). Den (wahrscheinlich) ersoffenen Fahrer haben wir bis heute nicht gefunden. Aber das Grösste kommt noch....

Martina nimmt das Ding wieder raus und fährt ohne Probleme weiter. Ja, ssoooo sind Frauen ! Wären nicht genug Zeugen dabei gewesen, glaubt mir das niemand.

Die Männer-These lautet, die Bahn habe im Gegensatz zu einer Holzbahn zuviel Grip und die schnellen Autos (der Frauen ?) seien daher grundsätzlich im Vorteil, da es somit weniger auf fahrerisches Geschick und mehr auf die bessere Motorisierung ankomme. Ja, so sind Männer !

September 2003

Das Leben geht weiter. Hansi und ich sitzen an der Bar neben der Rennbahn und trinken Viertele (Rotwein). Unser Thema: Holzbahn. Mit zunehmendem Viertele-Konsum weiten sich unsere Gedanken und Visionen. Auf Din A4 Papier werden unsere Streckenpläne und Anmerkungen gebracht (gekrizzelt ?). Kreativität pur. Brücken, Unterführungen, abenteuerliche Streckenführungen, Kurvenradien, die Entwürfe bedecken bald die ganze Bar. Selbst den Treppenaufgang zum Dach haben wir virtuos berücksichtigt (geistig umfahren). Man muss wissen, Hansi ist Chef eines Tragwerks- und Planungsbüros und hat mir dadurch einiges voraus. Wir beteuern uns gegenseitig das Projekt (Holzbahn-Eigenbau) in Angriff zu nehmen. Ich bin in absoluter Hochstimmung. Mein Gegenüber scheint es auch zu sein... Unser Travertin (baden-württembergischer Rotwein, der es in seiner Preisklasse mit jedem Italiener oder Franzosen aufnehmen kann und direkt bei uns um die Ecke angebaut wird) ist unschlagbar.

Der nächste Tag...

Ich kann unsere Anmerkungen nicht entziffern. Die Zeichnugen sind sehr abgehoben. Hansi geht es ähnlich... Er unterstreicht aber nochmals seine Bereitschaft mitzumachen.

Dienstag, 3. Februar 2004

Manu und ich treffen uns in einer Kneipe nach Feierabend und schauen nebenher das DFB-Viertelfinale. Hansi stösst ebenfalls hinzu und frägt mich wie es denn nun aussieht mit unserem Projekt. Ich antworte kurz und bündig auf schwäbisch-englisch “Des isch mir einfach too much, da werdet mir nie fertig”. Da der Schwabe im Gegensatz zum Rheinländer nur begrenzt parliert, antwortet Hansi ebenso kurz (vielleicht auch erleichtert) mit einem “Schade, des musch du wissa”.

Donnerstag, 5. Februar 2004

Ich schaue mir abends ein Reglement im Deutschen Slotcar Forum an. Nebenbei sehe ich mir im Scaleracing Forum auch die Hersteller Rubrik an. Unter Holzbahnen entdecke ich einen mir bis dato unbekannten Namen

Slotfire

Die Website scheint nagelneu zu sein und macht einen sehr übersichtlichen Eindruck. Was ich sehe, kann ich kaum glauben - eine Holzbahn auch für den Heimbereich !

Das Konzept würde ich als fast schon genial bezeichnen. Einzelne Module mit einer Größe von 170 x 85 cm mit einer Menge Bahn darauf, können fast beliebig miteinander kombiniert werden. Aber noch besser, es gibt vielfältigste Kurvenradien, wie man sie bei keiner Kunststoffbahn findet. Und nicht nur das, der Spurabstand variiert mit sich öffnenden und schließenden Layouts. Die Bahnlackierung erscheint in einem edlen grau. Die dreispurigen Module sind sowohl als Bausatz als auch ready to race für verschiedene Zeitmesssysteme erhältlich (z.B. Racecontrol, Bepfe).

Auf der Internet-Seite www.slotfire.de befindet sich auch ein sehr einfach zu bedienender Streckenplaner. Die Ereignisse beginnen sich nun fast zu überschlagen.

Freitag, 6. Februar 2004

Am Abend kommt mein Freund Manu vorbei. Ich erzähle ihm mit Begeisterung von dem System. Nach anfänglichem Zögern scheint er zu merken, dass es sich wirklich um eine pfiffige Idee handelt und auch er ist plötzlich interessiert. Beide sitzen wir vor dem Streckenplaner und messen im Zimmer den zur Verfügung stehenden Platz bis eine ansprechende Strecke endgültig steht. Ich fordere weitere Informationen an, die ich auch prompt erhalte.

Ich bestelle Tage später die Bahn tatsächlich. Vor dem Abbau meiner alten Bahn, die fest installiert ist, graust mich schon jetzt !!!!

Dienstag, 16.März 2004

Der Moment ist gekommen. Die Bahn wird geliefert. Andreas und ich haben den Tag über die notwendigen Böcke zurecht gesägt und aufgebaut. Micha übernimmt mit seinem gebrochenen Arm den logistischen Teil. Gemeinsam mit Andreas von slotfire, der am Abend eintrifft, transportieren wir die sechs Module über 3 Stockwerke unters Dach. Die Verarbeitungsqualität übertrifft unsere Erwartungen. Die Bahn ist in einer dreiviertel Stunde (!) fahrfertig aufgebaut. Optisch und fahrtechnisch ein Genuß ! Die Streckenlänge beträgt knapp 20 Meter.

Ein Grund zum Feiern..... Demnächst werde ich erste Bilder der Bahn auf dieser Website veröffentlichen.

Wer mal Probefahren will ist herzlich eingeladen, sofern es sich terminlich einrichten lässt. Kontakt zu mir könnt ihr über meine email-Adresse herstellen. mailto: stoni@slotart.de

Das wars dann mit dem Tagebuch !

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