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Neckar-Enz-Pokal

Bericht Neckar-Enz-Pokal 2003/2004

Der Bericht wurde von Andreas Krohmer verfasst. Die Bilder wurden von mir ergänzt.

Über eine gelungene Saison mit vielen spannenden Rennen freuten sich auch diesmal wieder die Teilnehmer des 4. Neckar-Enz-Pokals.

Gefahren wurde auf vier verschiedenen Carrera-Exclusiv-Bahnen rund um Stuttgart.

Bis auf die 6-spurige Strecke in Karlsruhe waren alle anderen Bahnen 4-spurig. Dabei gab es Streckenlängen von 27m – 30m.

Eine der beliebtesten Rennpisten ist nach wie vor die Saisonauftaktstrecke in Esslingen-Berkheim. Sie bietet eine ausgezeichnete Übersicht bei flüssiger Streckenführung. Für die fahrerische Herausforderung sorgten Heilbronn und Karlsruhe mit  ihrem Nürburgring-Nordschleifen-Charakter.

Wieder dabei war Bad Liebenzell, ein Bahnstandort der schon wegen seiner idyllischen Lage im Nordschwarzwald einen ganz besonderen Reiz hat.

Gefahren wurde in dieser Saison die altbekannten Divisionen 1+2 nach dem inzwischen betagten Reglement der German HistoricScaleSlotcarChampionship (GHSSC).

Es beinhaltet Tourenwagen im Maßstab 1:24 wie sie in den 60er und 70er Jahren in den Klassen bis 1300ccm und 2500ccm auf Europas Rennstrecken zu sehen waren. Ebenso Fahrzeuge aus dem aktuellen Youngtimer Cup des ADAC Nordrhein.

Zu den technischen Eckdaten gehören vollausgestattete Karosserien aus Hartkunstoff, Resin oder Lexan sowie Inliner-Fahrwerke, unabhängig von bestimmten Herstellern, mit schwarzem Carrera Motor.

Ebenfalls sind die Motoren vom Typ Scaleauto SC02 und der von WP verwendete brauneIkarachi Motor zugelassen. Das Mindestgewicht beträgt 150g bzw. 170g in der Division 2.

Auf allen Strecken sind Hartgummireifen der Fa. GP-Tyres vorgeschrieben.

 Gerade in Punkto Reifen gehören wir mit den nicht so stark haftenden GP-Reifen schon fast zu den Außenseitern in Deutschlands Rennserien. Aber gerade in diesem Punkt sind wir uns einig, dass das Fahrverhalten der Autos in Verbindung mit einer Spannung von 16-17Volt weitaus realistischer ist als jenes der superhaftenden schnellen Fahrzeuge.

Auf wenig befahrenen Strecken müssen allerdings schon einige Runden gefahren werden bis sich der richtige Grip aufgebaut hat, aber auch das ist Realität.

Im Bereich der Fahrwerke finden sich vorwiegend die Marken Plafit und White Point.

Eine Favoritenrolle nimmt hier kein Hersteller ein. Präzise gebaute und ausgetrimmte Mega-Fahrwerke sind ebenso konkurrenzfähig wie die teuren Gegenstücke aus Edelstahl und Messing.

Neu hinzu kam in dieser Saison die Division 1.1. Eine Klasse für die kleinsten Renntourenwagen die seinerzeit Geschichte geschrieben haben. Um diese Fahrzeuge möglichst einfach und gut in den 1:24 Maßstab umsetzen zu können, schreibt das Reglement ausschließlich Plafit Mini Fahrwerke mit dem dazu passenden Rabbit-Motor vor. Die Reifenbreite sollte dabei 12mm nicht übersteigen. Das Mindestgewicht liegt bei 130g.

 Dass mehr Spannung am Trafo nicht mit mehr Spannung im Renngeschehen gleichzusetzen ist, zeigte sich gerade bei dieser Klasse. Die mit nur 13Volt gespeisten Rabbit-Motoren sorgten für harte Positionskämpfe bei seltenen Abflügen der kleinen Renner. Überraschend auch wie gutmütig diese schmalen Autos zu fahren sind.

Auch bei den überaus spannenden Rennen in der Division 1+2, die mit 16 bzw. 17Volt gefahren wurden, waren die Einsetzer so wenig beschäftigt, dass man Überlegungen anstellte , zukünftig ohne Einsetzter die Rennen zu bestreiten.

Dies zeugt aber auch von dem inzwischen recht hohen fahrerischen Niveau. Um vorne mitmischen zu können, muss man über die gesamte Renndistanz sozusagen „auf der letzten Rille“ fahren ohne dabei auch nur einen einzigen Abflug zu riskieren.

Mit einem Volkswagen Typ 14 (KarmannGhia) hätte man seinerzeit kaum eine Chance auf einen Sieg in einem Tourenwagen-Rennen gehabt. Nicht so beim Neckar-Enz-Pokal! Ein Teilnehmer ließ in der Division 2 mit seinem auch noch im Modell übergewichtigen KarmannGhia die gesamte Konkurrenz von Alfa Romeo, Lancia, Porsche, Ford, Opel und Toyota hinter sich, dabei war mal wieder die Freude über den geliebten „Uralt-Carrera-Handregler“ am größten.

Bei allen Rennen waren die Ergebnisse wieder denkbar eng beieinander. Am hart umkämpfsten ist die Division 1, Tourenwagen bis 1300ccm. Nur mühsam konnten sich einige aus dem Pulk von Simca Rallye, Renault 8, Alfa 1300, Opel Kadett, Ford Escort und VW Käfer absetzen. Beim Zieleinlauf waren die Abstände oft so gering, dass die Optikwertung das Endergebnis entscheidend mitprägte.

Ein besonderes Highlight war der Lauf in Bad Liebezell. Dank des organisatorischen Talents von Uwe Bönisch konnten am Rennsonntag zwei verschiedene Rennserien gleichzeitig ausgetragen werden. Auf der 6-spurigen Holzbahn lief die NASCAR-Serie während im Raum nebenan auf der 4-spurigen Carrera-Anlage der Neckar-Enz-Pokal ausgetragen wurde.

Da die Stromzufuhr für beide Bahnen über eine gemeinsame geschaltete Zeituhr erfolgte, war die Renndauer der jeweiligen Läufe in beiden Räumen identisch. Eine interessante Konstellation, mit sehr kommunikativem Aspekt. Für beide Seiten gab es genügend Unterhaltung und Anregung.

Ganz frei von technischen Problemen waren die Rennen indes nicht. Insbesondere die holperige Piste in Bad Liebenzell sorgte dafür, dass die Renner ordentlich durchgerüttelt wurden. So manches schlechtverklebte Bleigewicht blieb auf der Strecke. Auch der topplazierte Thomas Hald musste seinen Lancia mit einigen gelockerten Schrauben an die Box bringen und rutschte im Klassement weit nach hinten. Aber auch andere erwischte es mit den sonst seltenen Getriebeschäden. Zwei Fahrer hatten das Pech, dass sich von der Fahrbahn abgelöste Farbmarkierungspunkte ausgerechnet im Schleifer des Slot-Renners verfingen und so die störungsfreie Stromzufuhr behinderten.

Aber nicht nur Pannen sorgten für einen unvorhersehbaren Rennverlauf. Mancher „Abonnement-Sieger“ musste erleben, dass er von einem sonst eher auf den hinteren Rängen platzierten Teilnehmer plötzlich um den schon sicher geglaubten Sieg gebracht wurde.

Große Spannung war dann beim Endlauf im Michelin-Renncenter in Karlsruhe angesagt, da die Positionen in der Endwertung bis dahin noch offen standen.

Die bekannt anspruchsvolle Streckenführung verlangte den Teilnehmern ihr ganzes Fahrkönnen ab. Erstaunlicherweise lagen alle Fahrer wieder so dicht beieinander, dass es sichtlich schwer viel von Letztplatzierten oder Verlierern zu reden. Hier entschied wirklich das quäntchen  Glück, dass man oft zu einem Sieg braucht. Somit ging der Tagessieg in der Div.1.1 an Uwe Hüttlinger mit einem Mini. In der Div. 1 konnte Andreas Krohmer mit seinem Renault 8 Modell einen Tagessieg verbuchen.

Staunen war in der Div.2 angesagt, den hier führte Jan Hennen in beeindruckender Weise vor, wie man einen sonst eher mittelmäßigen Gr.2 Golf fehlerfrei zum Sieg fährt.

Eine leider viel zu kurze Siegesfeier mit wunderschönen Preisen für jeden Teilnehmer beendete somit den rundum gelungenen 4. Neckar-Enz-Pokal.

Bedanken wollen wir uns ganz herzlich beim Rennbahnhaus Stuttgart und der Fa. Michelin für die gestifteten Sachpreise. Außerdem noch vielen Dank an Willy Gehrer (Esslingen), Uwe Bönisch (Bad Liebenzell), Ralf Nierkrenz (Heilbronn) und Jan Hennen (Karlsruhe).

Auf Wunsch vieler Teilnehmer wird es beim 5. Neckar-Enz-Pokal, der traditionell am 1.Nov. in Esslingen gestartete wird, eine Serie für Sportwagen und Prototypen bis Bj. 1978 (Le Mans / Can Am) geben. Diese wird wechselseitig mit der Div.1 ausgetragen. Schon jetzt freuen wir uns auf ein Wiedersehen in der neuen Saison.

Die Ergebnisse :

(Beim Verfahren nach dem Punktesystem der aktuellen F 1, haben sich teilweise Punktegleichstände ergeben. Wir nehmen uns deshalb einfach die Freiheit von einer Gleichplatzierung heraus).

 

Div. 1.1:

1. Thomas Hald
2. Uwe Hüttlinger
3. Daniel Piller
4. Andreas Krohmer
5. Ralf Nierkrenz
6. Wolfgang Reuss
7. Wolfram Krohmer
8. Thomas Gelbke
9. Mario Steinacher 

Div. 1:

1. Andreas Krohmer
2. Thomas Hald
3. Wolfram Krohmer
4. Uwe Hüttlinger
5. Ralf Nierkrenz
6. Wolfgang Reuss
7. Daniel Piller
8. Mario Steinacher 

Div. 2:

1. Wolfgang Reuss
2. Andreas Krohmer
3. Wolfram Krohmer
4. Daniel Piller
5. Thomas Hald
6. Ralf Nierkrenz
7. Uwe Hüttlinger
8. Thomas Gelbke / Willy Gehrer
10. Rainer Baudach
11. Jochen Franz
12. Mario Steinacher

 

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